Toilettenpapier

Bevor es Papier gab ...

... wurde zur Säuberung des Allerwertesten alles mögliche verwendet: Gras, Blätter, Fell, Muschelschalen, Heu, Stroh, eingeweichte Maiskolben, Merinowolle, auf Stöckchen aufgespießte Schwämmchen (Römer), flache Steine (Griechen, Anatolier), Kokosnussrinde (Hawaii), Schnee und Tundramoos (Eskimos), Seide (französisches Königshaus).

Das erste Klopapier - China 1391

Das erste Klopapier gab es bereits im 14. Jahrhundert in China. Für den Kaiser wurde es 1391 erstmals hergestellt, und es muss ein Erfolg gewesen sein, denn das kaiserliche Versorgungsamt ordnete eine Jahresproduktion von 720.000 Blatt an. Wobei ein solches Blatt etwa einen halben Quadratmeter groß war.

Das erste industrielle Klopapier - USA 1857

In einer Fabrik wurde Klopapier erstmals 1857 hergestellt, und zwar von Joseph Gayetty in den USA. Es bestand aus einzelnen Blättern, die mit Aloe getränkt wurden und war in einer Schachtel verpackt waren.

 

Das erste Papier auf Rollen wurde 1890 von der „Scott Paper Company“ hergestellt. Allerdings scheute die Firma sich, den eigenen Namen auf dieses anrüchige Papier zu drucken. Auch in England, wo in den achtziger Jahren des 19. Jhd. eine Alternative zu den bis dahin üblichen Zeitungsschnipseln auf den Markt kam, war man schamhaft. Der Hersteller W.C. Alcock bot sein Produkt als „Papierlockenwickler“ an.

Das erste Klopapier in Deutschland - 1928

In Deutschland sollte es bis 1928 dauern. Auch hier war das Produkt anrüchig, aber der schwäbische Unternehmer Hans Klenk nutzte das geschickt, indem er für sein Produkt "Hakle" mit dem Slogan warb: „Verlangen Sie eine Rolle Hakle, dann brauchen Sie nicht Toilettenapier zu sagen.“

So mussten auch die Deutschen, die ja nach dem ersten Weltkrieg nicht gerade verwöhnt waren, nicht länger mit Zeitungspapier oder Blättern hantieren. Das neue Klopapier war zwar aus Krepp, aber die Hakle-Rolle hatte 1.000 Blatt, und alle Blätter waren perforiert, so dass es leicht von der Rolle ging.


feuchtes Papier - 1977

Und wieder war es die Firma von Hans Klenk, die mit "Hakle Feucht" in Deutschland eine Innovation auf den Markt brachte. Dieses Papier, getränkt mit einer ph-neutralen Lotion, ist zunächst gewöhnungsbedürftig, aber eigentlich hygienischer.

Klopapier-Knüller und -Falter

Während man in Deutschland das Klopapier faltet, wird es in England (jeder dritte) und in den USA geknüllt (fast jeder). Daher ist Toilettenpapier in den USA sehr flach und hat kaum Struktur, und jeder Amerikaner verbraucht im Durchschnitt 57 Blatt am Tag. Das ergibt einen Markt von 2,4 Milliarden Dollar im Jahr. Zum Vergleich: In Deutschland wurden 2003 mit Toilettenpapier 652,9 Millionen Euro umgesetzt.

 

Wer verbraucht wie viel?

Belgier 10 kg pro Jahr.

Niederländer 14,3 kg.

Briten 17,6 kg.

Amerikaner und Kanadier 25 kg.

 

Quelle: European Tissue Symposium 2007

Klorigami

Man kann Toilettenpapier auch etwas kunstvoller verwenden, nämlich beim Origami mit Klopapier. Wir nennen es mal „Klorigami“, das englischsprachige Original heißt „toilegami“.
Dazu gibt es eine amerikanische Internetseite (www.toilegami.com), die von Larry Gibson und Paul Galoob betrieben wird. Die beiden saßen eines Tages mit Freunden zusammen und sprachen über „Falter“ und „Knüller“. In Amerika ist das Knüllen absolut normal, und sie fragten sich: „Wozu sollte man Klopapier falten?!“ Die Antwort war: „Origami“.